Mal wieder was im richtigen Blog. Aus Gutem Grund – bitte bis ganz nach unten lesen.

Der 01. September ist der Tag an dem in Deutschland die GGs der VdP-Weingüter dem öffentlichen Verkauf zugeführt werden (die meisten zumindest – manche auch später). Ok – das war jetzt recht viel Weinsprech – das wollen wir mal aufklären.

VdP steht für “Verband deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter”. Das ist quasi sowas wie die Bundesliga der deutschen Weingüter, ohne dabei einen Anspruch auf komplette Vollständigkeit zu haben. Ist ja echt wie beim Fußball – da gehört der 1. FC Nürnberg für mich – subjektiv – definitiv nach oben. So geht es sicher auch dem ein oder anderen, der das liest mit seinem Lieblingsverein, bzw. eben seinen Lieblingsweingütern. Es gibts grundsätzliche Kriterien, die erfüllt werden müssen (an der Mosel reichen die nicht immer), um in den VdP aufgenommen zu werden, aber ein Aufstieg ist mögliche – wie eben auch aus der 2. Bundesliga in die Erste. Ein Problem, das der VdP sicher hat, ist das Thema “Abstieg” – das gibt es da nämlich so gut wie nicht. D.h. Du kannst auch mal ein paar Jahre richtig schlecht spielen, ohne dafür bestraft zu werden. Warum mir jetzt der HSV als Vergleich einfällt, weiß ich auch nicht.

GG steht für “Großes Gewächs” und das sind die Spitzenweine dieser Weingüter, die eben grundsätzlich aus den Großen Lagen (also den Top-Weinbergen) stammen müssen. Meine Weinkumpels zerreissen mich bestimmt gleich angesichts der einfachen Erklärung, aber mir geht  es jetzt mal darum, dass die Nicht-Weinverrückten des verstehen.

GG's

GG’s

Es geht also um die Veröffentlichung der vermeintlich Besten Weine der vermeintlich Besten deutschen Weingüter. Das “vermeintlich” ist dabei keineswegs sarkastisch oder ironisch gemeint – ich will nur im Vorfeld gleich mal diverse Diskussionen einbremsen.

Anfang September ist also auch die Zeit, in der der deutsche Rieslingfreund viel Geld ausgeben kann sofern er will. Ich wollte dieses Jahr – ganz bewußt. Warum?

1)  Deutscher, trockener (das ist ein GG-Kriterium) Riesling kann außerordentlich gut reifen.

Während 90% der Nation in die Discounter stürmen und sich einen Weißwein für heute Abend holen, sind Große Gewächse nichts – oder nur bedingt etwas – für den schnellen Konsum. Du weißt nichts über Riesling (Jon Snow), wenn Du noch kein gereiftes GG getrunken hast. Es wird Dir die Augen öffnen. Reifen kann das dabei zwischen x und y Jahren.

Warum arbeitet der Arsch jetzt mit zwei Unbekannten, mag sich der ein oder andere jetzt fragen. Ganz einfach – weil es keine Formel dafür gibt. Es gibt Weine die können nach der Veröffentlichung bereits göttlich sein und es gibt die Weine, die Du erst mal am Besten 10+ Jahre in den Keller sperrst, bevor Du ans Trinken denkst.

2) Deutscher, trockener Riesling ist für mich zur Zeit das beste Investment, dass man tätigen kann.

That said, muss ich auch gleich nochmal einschränken: Deutscher, trockener High-End-Riesling. Und dazu gehören die GGs nun mal – aber nicht ausschließlich Diese.

Die Aufmerksamkeit für trockenen, deutschen Riesling BEGINNT erst langsam besser zu werden – international. Das zeigen mir immer wieder Besuche im Ausland – das Studieren der Weinkarten dort und die Gespräche mit anderen weinbegeisterten Menschen, wie letzte Woche mit einem spanischen Geschäftskollegen. Der ist Weinfanatiker wie ich und der beginnt langsam deutschen trockenen Riesling zu lieben – ernsthaft. Wenn das erstmal richtig in die USA überschwappt und nach Asien – dann Gnade uns Gott was die Preise betrifft. Damit wären wir auch schon beim Kern: dem Preis. So im groben Mittel musst Du derzeit zwischen € 25 und € 50 für eine Flasche GG hinblättern – Ausnahmen (eher nach oben) nicht ausgeschlossen. Warum also sollte das ein gutes Investment sein? Zwei Beispiele:
Klaus Peter Keller – G-Max 2006. Der G-Max ist der wohl teuerste trockene deutsche Riesling. Wer in 2008 (da bekam man den 2006er) die Weitsicht hatte und diesen Wein kaufte, musste ca. € 85 dafür auf den Tresen legen. WOW! Das ist ne Menge Holz für eine Flasche Wein. Wenn Du den Wein heute bei einer der einschlägigen Plattformen anbietest, sind € 1000 oder mehr nicht ungewöhnlich. Man möge sich die Rendite/Wertsteigerung bitte selbst ausrechnen.

Weingut Dönnhoff – Niederhäuser Herrmannshöhle GG 2008. Am eigenen Leibe erfahren auf ebay. Ich wollte diesen Wein und es gab zwei Auktionen davon vom gleichen Anbieter mit je ein einer Flasche. Heute zahlst Du für eine Herrmannshöhle € 46 und das hätte ich locker für den 2008er geboten (hab ich auch). 2008 war kein schlechtes Jahr und ein paar andere Rieslingfreaks haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht – die Weine wurden jeweils für € 76,– versteigert – zzgl. Porto. Also innerhalb von 8 Jahren ab Veröffentlichung immerhin noch eine (fast) Verdoppelung des Preises ( wenn man den Preis von 2008 heranzieht).

So – man nenne mir ein Investment das ähnlich lukrativ ist. Ich kenne keines – vor allem unter der Prämisse, dass Du das Zeug immer noch selbst saufen kannst, wenn alle Märkte einbrechen. Denn allen Rechenbeispielen zum Trotz sei eines gesagt – viele der deutschen Rieslinge sind Ihren Preis wert, weil Sie extraordinären Spaß beim Trinken machen.

Und damit möchte ich auch nochmal klar stellen, dass ich nicht Wein kaufe, um damit zu spekulieren. Evtl. benutze ich die ein oder andere Flaschen mal zum Tauschen (auch dafür gibt es mittlerweile Plattformen), den Großteil kann ich hoffentlich in einigen Jahren selbst trinken.

Damit kommen wir zu meinen “Empfehlungen” oder eben den Weinen, die ich (bisher) dieses Jahr gekauft oder subskribiert habe.

STOPP – vorher noch kurz ein Hinweis oder Aufruf. Das poste ich hier einfach so rein – ohne weiteren Kommentar. Wer spenden möchte – ich würde mich freuen, habe ich das doch gemeinsam mit ein paar anderen Leuten ins Leben gerufen. Der Kontoinhaber ist eine absolute Person meines Vertrauens – also keine Scheu – haut rein.

===> Snip

HELFT MIT!!

Auch in diesem Jahr wird während der Versteigerung des Grossen Ring in Trier eine Benefizkiste versteigert. Es handelt sich um eine Kiste mit 15 Flaschen von Allem, was Rang und Namen an der Mosel hat. Alle Flaschen sind von den Winzern signiert. Der Erlös der Kiste geht zu Gunsten der Deutschen Krebsgesellschaft Trier!

Aus einer Diskussion bei unserem Mitglied Petra Pahlings ist folgende Idee entstanden: Wir, also die “Hauptsache Wein Gruppe”, versucht die Kiste zu ersteigern.
Der Anfangspreis beträgt 501 Euro. Es ist davon auszugehen, dass der Preis sich verzehnfachen wird. Wir wollen versuchen, mit Hilfe unserer Mitglieder so viel Geld einzusammeln, dass wir in der Lage sind diese Kiste zu ersteigern. Das heißt wir müssen mindestens 5.000 Euro, besser mehr zusammenbekommen.

Anschließend verkaufen wir die Kiste wieder – auf Andre WiWos Plattform – und spenden auch diesen Erlös an die Deutsche Krebsgesellschaft.

Das heißt, keiner der spendet, bekommt eine Flasche oder hat ein Anrecht darauf. Es geht hier nur darum, so viel Spenden wie möglich zu sammeln.
Sollten wir es nicht schaffen, die Kiste zu ersteigern, wird das eingesammelte Geld komplett gespendet. Sollten wir mehr einsammeln als nötig ist, wird auch dieser “Überschuss” gespendet.

Wir sind die größte und aktivste Weingruppe auf Facebook. Wein ist unser Beruf, unsere Hobby. Unsere Passion! Hier werden Fotos von Flaschen gepostet, hier werden Weine getrunken, deren Gegenwert würde dicke langen um zu helfen. Schon ein Bruchteil davon ist ein Zeichen. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen!!!

Hier die Bankverbindung:

IBAN DE88 6045 0050 1001 5323 87
Alexander Lang

Jede Spende ist willkommen.
Jeder, der spendet und eine Spendenquittung möchte, soll bitte seine ganze postalische Adresse bei der Überweisung mit angeben. Dann erstellt die Deutsche Krebsgesellschaft Rlp in Trier gerne die Spendenquittungen.

<=== Snap

Hier der Link zum Original-Post – allerdings nur aufrufbar, wenn Hauptsache Wein Mitglied ( kann man aber echt einfach werden – tut nicht weh).

https://www.facebook.com/groups/hauptsachewein/permalink/1427823773970457/

Abschließend also meine “Favoriten” – was habe ich gekauft?

Weingut Dönnhoff – Hermannshöhle 2016 – das geht immer und ist ein Klassiker
Weingut Dönnhoff – Felsenberg “Felsentürmchen” 2016  – mal was neues probieren
Weingut Emrich-Schönleber – Halenberg 2016
Weingut Wittmann – Morstein, Kirchspiel und Aulerde 2016 – Keller (man lese oben) ist “out-of-reach” preislich. Qualitativ ist Wittmann mit seinen tlw. gleichen Lagen aber nicht weit dahinter.
Balthasar Ress – Nussbrunnen, Wisselbrunnen und Berg Rottland 2016 – hab ich schon jeweils eine Flasche erhalten ( danke BR-Weinclub) – ist nur eine Frage der Menge jeweils.
Peter Jakbob Kühn – Doosberg und St. Nikolaus 2015 (genau, die PJK-GGs gibt es 1 Jahr später) – sind ein MUSS für mich, da “Herzensweingut”
Zehnthof Luckert Franken – Maustal GG Riesling und Silvaner – auch so ein Herzensding – was nicht heißt, dass das Zeug nicht extrem geil wäre.

Outside VdP:
Frank John – Pfalz. 2016 schon subskribiert – 2015 bereits im Keller. Das ist “anders” – im positiven Sinne. MUSS man im Keller haben.
Jakob Schneider – Nahe. Die Niederhäuser Hermannshöhle dort ist zwar etwas weg vom Dönnhoff GG aber das PLV ist unerreichbar – auch für den höherwertigen Magnus aus der gleichen Lage.
Seehof – Rheinhessen. Nahezu die gleichen Lagen wie Wittmann.  PLV abartig – Kaufbefehl.
Alexander Laible – nicht notwendigerweise nur Riesling. Ich liebe seine Weißburgunder.
Andreas Durst – Pfalz. Das kann reifen – ernsthaft. 2012 neulich im Glas – sensationell. Ich werde das promoten und kaufen – immer. Auch weil ich dort mitlese.

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