01/15/17
Vogelsang - Februar 2016

Jahresrückblick mitten im Jahr – am Jahresende kann’s jeder

Gefühlt sind wir ja schon wieder mitten drin – im Jahr 2017. Oder kann sich noch jemand vage an Weihnachten und Silvester 2016 erinnern. Kommt mir schon wieder wie eine Ewigkeit vor.

Es hat ja Tradition, dass ich mein Weinjahr immer nochmal Revue passieren lasse – Tradition seit 2016. Darf man nicht brechen!

Ich will das Jahr so chronologisch von den Ereignissen irgendwie gar nicht auf die Reihe kriegen – aber ich versuche es:

Februar – Rebenschneiden beim Andreas (Durst) – Plackerei – aber wir erwischen einen goldenen Februartag und schneiden uns durch den Vogelsang

Vogelsang - Februar 2016

Vogelsang – Februar 2016

März – Schluck Release Party Ausgabe #2 – schönes Event – aber doch kenne ich zu wenig Leute.

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01/8/17
John

Man trinkt deutsch – Teil 6 – Pfalz – King John

Weinverrückte kennen das sicher. Man hat ein Weingut eigentlich seit längerer Zeit schon auf dem eigenen Trinkradar, aber es ergibt sich einfach nicht.

Mir ging es mit den Weinen von Frank John aus Neustadt a.d. Weinstrasse so. Es ist ja auch nicht so, dass ich die letzen 2 Jahre nicht hin und wieder in der Gegend gewesen wäre, oder es die Weine nirgends online bekommen würde – nö – sollte bisher halt einfach nicht sein.

Und dann kommt eine lustige Verkettung mehrerer Ereignisse zusammen. Einer unserer South German Wine Nerds schwärmt mir von einem Riesling von John vor – zwei Tage später entdecke ich eine ebay Preisvorschlags-Auktion und schaffe es in Summe 9 John-Weine zu einem fairen Preis zu ergattern. Im Detail – 1x Riesling 2007, 3x Riesling 2008, 3x Riesling 2009 und 2x Pinot Noir 2009. Jeweils eine Flasche habe ich über die letzten Tage hinweg getrunken und die Weine jeweils auch über mind. 24 Stunden verkostet. Und nachdem ich in tiefste Schwärmerei für diese Weine verfallen bin und entschlossen habe darüber zu posten, weil dieses Weingut in den sozialen Medien (… also Facebook) nur wenig Beachtung findet, haut jemand genau GESTERN – also einen Tag vor dem Veröffentlichen dieses Artikel – einen John Post raus. Und ich finde es super – man kann diesem Weingut gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken!

John Weine

John Weine

Aber der Reihe nach. Ich startete mit den drei Rieslingen 2007, 2008 und 2009 und – wie bereits erwähnt – habe diese über den Zeitraum von mind. 24 h getrunken.

Riesling Buntsandstein 2007

Der hat bereits ganz leichte Reifenoten (Sherry) – aber nur minimal – stört gar nicht. Ich bin von der Stilistik irgendwie sofort bei Peter Jakob Kühn (kenne aber nur Sachen seit 2011). Dieses leicht reduktive – kräuterige Noten, die an Kräutertee in der Nase erinnern. Klasse Riesling – leider die einzige ergatterte Flasche. Das würde ich ansonsten sicher noch in den Keller legen.

Riesling Buntsandstein 2008

In Erwartung eines ähnliche Weines, habe ich den 2008er geöffnet und musste feststellen – komplett zugenagelt. Der wollte zu Beginnn ja gar nicht mit mir sprechen. Enttäuschung machte sich breit. Nach 2 Gläsern, habe ich Ihn in den Kühlschrank verbannt. Und was soll ich sagen? Tags darauf war er da. Etwas präsenter in der Säure als der 2007er, aber wesentlich zugänglicher in Nase und Mund, als noch am Vortag.

Riesling Buntsandstein 2009

Da habe ich dann wohl ein fast perfektes Trinkfenster erwischt – der war weniger reduktiv und ohne Sherrynoten. Aber mit NICHT weniger Komplexität und Kräuterigkeit ausgestattet als der 2007er. Spätestens hier war ich verliebt.

Was sollst Du groß schreiben über diese Rieslinge. “Zeitlos” nannte Sie Frank (nicht John – der, von dem der Tipp stammte). Ich kann nur zustimmen. Ich will da gar keine Prognose abgeben müssen, wie lange die Weine noch im Keller reifen können. Ein renommierter deutscher Weinhändler gibt ihnen 20 Jahre ab Jahrgang – ich widerspreche mal nicht.

Beim Pinot wollte ich eigentlich noch etwas warten, aber die Neugier hat mich dann doch dazu getrieben, den Wein am Samstag zum Rehrücken mit Sellerie-Limettenpüree zu trinken.

Spätburgunder Kalkstein 2009

3 Stunden vor dem Essen gelüftet und karaffiert. Die Gerbstoffe treten Dir erstmal dezent in die zwölf und machen Dir klar – da will ein Wein reifen dürfen. Du hast das zu früh geöffnet. Klar ist 2009 zu früh geöffnet. Eventuell. So grundsätzlich unterschreiben würde ich das nicht. Warum? Weil a) weil schon etliche Weine (Pinot Noirs) diesen Alters schlapp gemacht haben und b) genau DIESER Wein auch so früh geöffnet, mit der entsprechenden Belüftung Papillenporno ist. Das fängt an bei der komplexen Nase – Waldboden, Rinde, Kräuter, gaaaaanz dezente Frucht (Himbeere) zu Beginn. Auf der Zunge tänzelt das – das ist filigran, wie Du es nicht viel besser machen kannst. Und trotzdem komplex. Das macht Spass. Das macht soviel Spass, dass wir impulsiv wie wir sind, am Samstagabend noch 12 Flaschen (6 für mich) des 2013ers ab Weingut bestellen. Das kannste vergraben – Jahrzehnte – und das werde ich auch – zumindest Flasche 2 – 6. Flasche 1 wird traditionell immer nach dem Eintreffen getrunken – warum sollte John da eine Ausnahme sein. 28 h später nehme ich die letzten 2 Gläser zu mir. Der Wein ist runder geworden – zugänglicher. Trotzdem verliert er nicht an seiner Faszination.

Wer bereit ist, für Riesling 17 € und für Spätburgunder 35 € auszugeben, der schlage hier zu. Wert sind es die Weine allemal – mehr als das.

John

John

 

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01/4/17
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Weinrallye #105 – Etikettentrinken – The Summary of things

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Ich hatte die Ehre im Dezember. Die Ehre Ausrichter der Weinrallye #105 zu sein und ich hatte mich für das Thema “Etikettentrinken” entschieden, in der Hoffnung viele Blogger und Gelegenheitsliteraten für das Thema zu gewinnen.

Nun ja – immerhin 9 Beiträge konnten wir kurz vorm Jahreswechsel einheimsen und damit genau soviel wie unser Sonnensystem Planeten hat (kleiner Test – wo sind die Hobbyastronomen?). Es sind auch immer noch 2 Beiträge in der Pipeline – von Stefan Schwytz, der der einzige Grund ist, warum ich WordPress seit Monaten nicht mehr upgedatet habe – und von Marc Herold, als Gastblogger von Ralf Kaiser – keine Ahnung, wer das jetzt verbummelt hat. [Anmerkung der Redaktion: hier würde die Redaktion dann entsprechend anmerken, wenn einer der beiden noch liefert.] [Anmerkung 2: Stefan Schwytz hat während ich das schreibe geliefert – damit ist meine Planetenzählung noch falscher]

Den Anfang machte Juliane Gassert – Einfach Wein.

Dass Juliane dabei ins Piemont steuert und eine meiner Herzens-Weinregionen behandelt, ist Ihr wahrscheinlich nicht bewusst gewesen. Das Weingut Le Marie war mir bis dato auch völlig unbekannt und die Etiketten animieren definitiv dazu, die Weine zu probieren.

Peter Züllig – Sammlerfreak

Dass Etiketten mit zuviel Text am Rückenetikett (und dann auch noch in Nicht-Landessprache) oder grelle und poppige Etiketten abschrecken können – damit spricht Peter wohl aus, was viele von uns denken. Ein Etikett (das man wie er richtig sagt nicht trinken, sondern vorzeigen kann), dass ihn mit seiner Frau verbindet, ist es dann, das Peter für die Weinrallye aus dem Keller holte – Chateau Ausone.

Anja Kircher – Weingeschichten

Anja erzählt von Ihrer Historie mit Etiketten in den 90ern und wie Sie die typischen Etikettentrinker bei einer Blindverkostung mit Rotwein aus Württemberg und von der Mosel hinters Licht geführt hat.

Daniel Bayer – Wein verstehen

Unser Oberpfälzer Blogger-Kollege hat sich besonders schöne Etiketten vorgenommen und die Weine dazu verkostet. Unter anderem erwähnt er dabei auch die noch nicht erhältlichen Weine zur Erfolgsserie “Game of Thrones”. Da ich die Bücher (zumindest was es bis dato gab) schon 2002 – 2004 gelesen habe und seitdem ein Riesenfan der Serie bin, bin ich auf diese Weine auch gespannt.

Alex Lang – Flüssige Freundlichkeiten

Als Gastblogger bei den Flüssigen Freundlichkeiten war Alex unterwegs und beweist dabei, dass er absolutes Talent zum regelmäßigen Schreiben hätte. Er bricht eine Lanze für das dekandente Etikettentrinken und -posten und führt sogar noch eine neurobiologisch fundierte Begründung auf. Über den gescheiterten Berufswunsch Geheimagent wird noch zu sprechen sein.

Mladen Tomic – Weinfanatic

Auch Mladen ließ sich soviel ich weiß, zum ersten Mal zur Teilnahme inspirieren und liefert: ein nacktes Etikett – nämlich eigentlich keines – für einen Wein aus Baden in der Schweiz – Nacktbaden quasi. Warum das dennoch ein absolut gelungener Einstand ist und mehr beinhaltet, als man glaubt, der google mal nach [Baden Stadtammann nackt]. Sehr schöner Humor.

Torsten Hammer – Der Priorat Hammer

Mit – nicht unberechtigter Kritik – am Weinkonsumentenverhalten leitet Torsten seinen Artikel ein, um dann von einem Lafite-Rothschild, der ihn vom Panzerfahren abgehalten hat, zu einem Les Granges des Pères 2001 zu gelangen, den er extra für diese Weinrallye aufgemacht hat.

Joachim Kaiser – Vinositas

Joachim war einer meiner ersten FB-Weinfreunde überhaupt. Er fokussiert sich diesmal auf eines seiner Lieblingsetiketten, den Monastere de Saint-Mont und behält dabei absolut recht, wenn er betont, dass man Weinetiketten evtl. mal einen genaueren Blick unterziehen sollte, weil sich die Schönheit der Etiketten oftmals erst dann erschließt.

Gottfried Stutz – Hundertachziggrad°

Ein Blog mit einem traurigen Jahr 2016 – ging doch mit Susanne Werth-Rosarius dieses Jahr ein Blogger-Urgestein von uns. Gottfried beschließt seinen Artikel mit der “JSDEDBDW”-These – je schlechter das Etikett, desto Besser der Wein und untermauert das ganze mit einem Himmelreich GG 2009 vom Weingut Willi Schäfer.

Stefan Schwytz – Baccantus

Der erste Nachzügler – rechtzeitig zur Zusammenfassung geliefert. Was soll ich sagen – dann haut der sowas raus. Das ist so, als wirst Du in der 94. Minute eingewechselt und machst ein wunderbares Tor per Fallrückzieher aus 20 Metern. Mehr zusammenfassen tue ich hier nicht – wer das nicht liest ist selbst schuld.

Marc Herold – Weinkaiser (Gastblogger)

Marc war unser Sorgenkind – der Nachzügler der Nachzügler – und doch wollten wir nicht auf ihn verzichten und ließen das Fenster offen. Es kommen Etiketten von gereiften deutschen Rieslingen – das ist ja ein (DAS) Steckenpferd vom Herrn Herold. Dabei erläutert er die protestantische, die katholische und die – sagen wir mal – postmoderne Sicht auf die Etiketten. Mein Lieblingssatz dabei? Voila: ” Eins ist sicher, wir werden auch in Zukunft erst beim Öffnen der Flasche wissen, ob das Versprechen (oder die Drohung) des Stück Papiers auf dem Glas eingelöst wird.” – You never know!

Martin Riedl – Flüssige Freundlichkeiten

Ich selbst war natürlich auch dabei und habe mit dem Etikettenliken die Evolution des Etikettentrinkens beschrieben und mit einer Facebook-Studie (wasserdicht!) untermauert.

 

Ich hoffe, niemanden vergessen zu haben und ich hoffe auf den einen noch ausstehenden Artikel – dann pass ich das nochmal an. Ansonsten bleibt der Weinrallye gewogen, danke fürs Mitmachen, Lesen, Liken und Teilen.

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12/30/16
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Weinrallye #105 – Etikettentrinken/-posten/-liken

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Was haben Wein-Narzissten eigentlich früher gemacht, bevor es noch kein Facebook gab? Haben die Ihre vinophilen Freunde angerufen und ins Telefon gebrüllt “Alter, stell Dir vor was ich gerade trinke!” – kurz den Namen des Weins in die Muschel gebrüllt und klick und aufgelegt. So ungefähr  läuft es derzeit ja ab – ok ich will fair bleiben – teilweise – in den Facebookgruppen. Foto eines möglichst bekannten Weines – darf auch teuer sein – muss aber nicht, Hauptsache die “Crowd” findet den derzeit ‘in’ – evtl. einen kurzen Satz dazu (muss aber nicht). Etikettentrinken 2.0 – Etikettenposten quasi.

Mir ist das wortlose posten ja zutiefst zuwider – wer mich kennt, der weiß das. Und doch habe ich genau das getan – letzte und vorletzte Woche. Nur ein Bild einer Flasche Wein gepostet – mit einem kurzen Satz dazu. Warum? War ein Experiment. Um einen Trend zu untermauern, den ich in letzter Zeit beobachtet habe und den ich mal als Etikettentrinken 3.0 bezeichnen würde – nämlich das Etikettenliken. Ich wollte sehen was passiert, wenn ich mit einer Woche Abstand jeweils am Donnerstag Abend um 19:00 Uhr ein Etikett poste und es nur mit “Donnerstagabend – läuft!” oder ähnlichem kommentiere.

 

Weinrallye Etikettenpost #1

Weinrallye Etikettenpost #1

Weinrallye Etikettenpost #2

Weinrallye Etikettenpost #2

Das Ergebnis – J.J. Prüm – der einfache Kabinett – räumt 19 likes ab – das ist gar nicht schlecht. Der Post über Bürkle (ein Wein,  den nur wenige kennen) kommt immerhin noch auf 8 Likes – aber eben dramatisch weniger als das auf FB allseits beliebte Prüm-Etikett. Dabei will ich hier um Gottes Willen keine Stimmung gegen J.J. Prüm machen – die Weine sind anbetungswürdig und eine meiner großartigsten Verkostungen 2016 war im Hause Prüm. Aber das Ergebnis zeigt deutlich: ein bekanntes Etikett bekommt deutlich mehr Likes – nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich eine Wehlener Sonnenuhr Auslese gepostet hätte.

Warum schreib ich das alles? Weil es manchmal ernüchternd ist, die Like- und Postkultur zu verfolgen, die tlw. in den sozialen Medien herrscht. Gute Artikel ernten ein müdes Lächeln, während sinnlos losgetretene Metadiskussionen  hohe 2-stellige Likezahlen einheimsen.

Ist die Redezeit schon um? Ich sehe mein Mikro vor mir schon im Boden verschwinden – verdammt – jetzt aber schnell. Ich wollte ja noch was zu Etiketten schreiben und viele Fotos posten – und ein Quiz.

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12/22/16
Syrah Verkostung 2016

Daran sind einzig und allein die Syrah schuld

BESINNT EUCH! Jetzt sofort! Es ist die richtige Zeit. Wir müssen keinen bestimmten Wein trinken, weil der Montag Abend bzw. Dienstag (Berlin Breitscheidplatz) so unerträglich war. Das als Vorwand zu gebrauchen – oder als Like Generator ist billig. Weintrinken sollte unpolitisch bleiben. Mit Sätzen wie “an so einem Tag muss ich ….. öffnen” oder “So ein Tag ist nur mit …… zu ertragen” löst man bei mir Schnappatmung aus. Hört auf damit.

Breitscheidplatz nicht-ahnend, habe ich das Jahr 2016 bei einer kurzen Weihnachtsfeieransprache sowieso schon als “kein gutes Jahr” bezeichnet – obwohl es beruflich und privat etliche Highlights hatte und eigentlich als sehr gut bezeichnet werden möchte – nö sorry, den Gefallen kann ich 2016 nicht machen.

Nichtsdestotrotz muss man hin und wieder die Welt außen rum ausblenden und sich einfach auf das fokussieren, was man selber beeinflussen kann.

Ein wichtiger Fixpunkt in meinem Kalender ist grundsätzlich der kollegiale Jahresausklang in kleiner Runde, den wir seit über 10 Jahren zur Tradition werden haben lassen – – in guten wie in schlechten Zeiten.

Jedes Jahr gibt es Essen und Wein – Überraschung. Und oftmals stelle ich die Weine und kreiere dabei ein Motto. War es letztes Jahr noch Barbera, so habe ich dieses Jahr eine Syrah Weltreise initiiert. Lustigerweise hatten wir das schonmal – vor ca. 8 Jahren – mit Cusumano, Viu Manent (Chile) und irgendwas von Gallo (als Kontrast). Wir sind erwachsen geworden. Das Lineup von gestern war wesentlich anspruchsvoller.

Syrah Verkostung 2016

Syrah Verkostung 2016

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12/5/16
Logo_Weinrallye 105

Weinrallye #105 – Jahresendrallye – ich gebe Gas(t) – Etikettentrinken

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Die Jahresendrallye kann kommen – nicht nur an der Börse, auch hier in der Weinrallye läuten wir das Ende eines komischen Jahres mit der Episode 105 ein.

Und dem nicht genug! Ich bin diesmal auch noch Gastgeber.

Also die Details:

Thema: Etikettentrinken (mehr dazu unten)

Wann?: letzter Freitag im Monat – also der 30.12.2016 (für alle die länger den Jahreswechsel feiern und am 01.01. noch verkatert sind – wir nehmen das nicht immer sooo geanu)

Wo?: in jedem Blog oder sehr gerne, für diejenigen, sie sich zum Schreiben ermuntert fühlen aber keinen eigenen Blog haben, auch bei mir. Gastbeiträge willkommen – einfach kurz Bescheid geben und Beitrag mailen.

Ich werde dann an dieser Stelle die Beiträge zusammenfassen und entsprechend verlinken.

Also – Etikettentrinken: ein Thema, dass es in früher Zeit der Weinrallye (sofern ich richtig recherchiert habe) schon mal gab und trotzdem wähle ich es erneut, weil es soviel unterschiedliche Sichtweisen gibt. Etikettentrinken im klassischen Sinne, bezeichnet ja das Trinken von großen – also bekannten und auch teuren – Weinen. Lasst uns das Thema weiter fassen. Motto-Etiketten wie bei der Natale Serie der Antichi Vigenti di Cantalupo aus dem Piemont – jedes Jahr ein anderes Etikett. Besonders schöne oder originelle Etiketten – oder das Gegenteil – Geschmack ist hier subjektiv. Wer gehässig ist, könnte das Prädikat “Etikettentrinker” ja auch in einem Beitrag verarbeiten, der das Postverhalten mancher FB-Nutzer zum Thema macht ;)

Ich freue mich auf zahlreiche Teilnahme.

 

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11/25/16
Ai Suma 2000

Vom Trinken von Monumenten

“Am Freitag Abend? Einfach nur so?”

“Jep”

“Ohne passendes Essen?”

“Ja. Wieso?”

Klar – Trüffel – das würde danach schreien. Oder der Wein nach Trüffeln. Wie dem auch sei – ich hab ihn solo getrunken. Weil ich Lust drauf hatte – basta.

Der 2000er Ai Suma von BRAIDA ist ein zeitloses Geschöpf. Man vergrabe das im Keller und vergesse es für weitere 15 Jahre – tut dem gar nix.

Selten hat man etwas im Glas, das Würze, Frucht, Dichte, Säure (das ist immer noch Top-Frisch), Extrakt etc. so perfekt in sich vereint. In jungen Jahren neigt er ja dazu einem mit seiner bombastischen Frucht zu erschlagen – in Würde gealtert kommt mehr und mehr die Finesse dieses Weins zum Tragen. Das ist hier und heute schlicht Groß – es ist ein Monument. Man kann das mögen oder nicht – man kann es mit Farbe besprühen, man kann dagegen pinkeln – es wird Bestand haben und nicht weichen.

Ich wiederhole meine Worte dieser Woche: “Für einen Braida lasse ich jeden Barolo links liegen!” – Punkt!

Ai Suma 2000

Ai Suma 2000

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11/19/16
Schiefer Kürbisöl

I went to the KU Weinmesse and all I got was this lousy Kürbiskernöl???

Moment mal – das klingt ja als wär das eine schlechte Veranstaltung gewesen. Mitnichten! Für mich ist das eines der Wein-Highlights des Jahres 2016. 70!!!! Winzer aus den wichtigsten Regionen – dazu kulinarisch anspruchsvolle Begleitung. Was Martin Kössler hier auf die Beine stellt, sucht seinesgleichen – Hut ab, großartige Messe.

Warum nur ein Kürbiskernöl? Der Plan war GAAR NICHTS mitzunehmen – beim Kürbiskernöl von Uwe Schiefer konnten wir nicht anders – diese Aromatik mit dem eingetunkten Weißbrot – zum Reinlegen. Ich bestelle in der Regel in aller Ruhe von zuhause – nachdem ich alles sacken habe lassen. Ich hätte fast damit gebrochen heute – wegen diesem Östreicher – aber dazu später mehr.

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08/26/16

Weinrallye #101 – Herzensweine – Die Quadratur des Ovals

Ja ist denn schon wieder Weinrallye. Wahnsinn – #100 ist doch erst geschrieben worden. Time flies.

Weinrallye 101

Weinrallye 101

Dieses Monat ausgerichtet von Nico und Paul vom Drunkenmonday Weinblog. Jungens – kurz inne halten: Ihr seid tatsächlich der Erste Weinblog gewesen, dem ich gefolgt bin. Noch bevor ich Facebook und bloggen für mich entdeckte. Insofern Ehrensache, dass ich mich beteilige, wenn Ihr ruft.

Das Motto diesen Monat lautet “Herzensweine” – den Plural werde ich wörtlich nehmen.

Wir Weinverrückte haben sie doch alle – diese Weine, die wir in unser Herz geschlossen haben – aus unterschiedlichsten Gründen und mit abweichender Intensität. Weine, die uns einen besonderen Moment beschert haben, oder Weine, die uns seit Jahren begleiten – oder eben Weine, die wir zu einem bestimmten Anlass getrunken oder gekauft haben etc. etc.

Das Ei aller Dinge

Mein Herzenswein weiß ist ein Sauvignon Blanc aus Deutschland. Es gab Jahre und Phasen, da war Sauvignon Blanc für mich das Non-Plus-Ultra der Weißweine – echt. Das liegt ja aber evtl. genau an solchen Weinen, wie den gleich Vorgestellten. Ich habe Sauvignon Blanc nie mit den so banalen Supermarkt-Wässerchen und auch nicht mit den New World Weine a lá Cloudy Bay etc.erkundet – ich habe Sauvignon Blanc durch Südtirol und Württemberg kennen gelernt. Meine Einstiegs-Sauvignons waren Sachen wie der St. Valentin von der KG St. Michael in Eppan – oder die SB’s von Schnaittmann und eben Aldinger aus den Stuttgarter Suburbs. Aldinger ist es letztlich, der für mich hier als weißer Herzenswein herhalten muss.Allerdings nicht der ebenso meist phänomenale “Große Reserve”, sondern der in limitierter Auflage erscheinende “OVUM”, der im Betonei ausgebaut wird.

Ovum 2011

Ovum 2011

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07/30/16
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Weinrallye #100 – gabs eigentlich ein Motto?

Weinrallye Nummer 100 – d.h. 100 Monate in Folge ein neues Motto zu dem alle Blogger die wollen einen Beitrag leisten dürfen. Ich war jetzt nicht wirklich oft dabei, um die Wein-Rallye-Stamm-Mitgliedschaft für mich zu proklamieren. Zwei Mal um genau zu sein in den letzen Monaten – bei #92 und #96. Das lag nicht immer an der so oft verwendeten Ausrede der beruflichen “Eingespanntheit” – da waren auch Themen dabei, mit denen ich schlichtweg nichts anfangen konnte. Wein & Prosa zum Beispiel – ich habe in meiner Jugend und darüber hinaus mit Leidenschaft Groschen-Horror-Romane gelesen und habe noch ca. 2000 davon im Keller – da fühlte ich mich beim Thema Prosa etwas überfahren. Macht ja aber auch gar nichts – das ist doch das fantastische dieses Konzeptes – jeder macht mit, wenn es passt und wenn das Motto ihm zusagt  – eine kritische Masse hat sich immer gefunden. Dass die Weinrallye immer noch lebt und hin und wieder auch neue Teilnehmer hat (so wie mich), haben wir wohl Facebook zu verdanken – dem Medium, das gleichzeitig dafür sorgt, dass Blogs immer weiter in den Hintergrund geraten. Das ist quasi also so, als würde Dir Julius Hackethal eine Mund-zu-Mund-Beatmung  verpassen.

Bessa Valley Syrah 2010q

Bessa Valley Syrah 2010

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