04/11/17
AS Weinwappen

Man trinkt deutsch – Teil 7 – Angelina Schmücker – Rheinhessen

Zum Glück bin ich nicht anfällig für Weinempfehlungen. Das lässt mich ja regelmäßig kalt, wenn einer meiner FB-Freunde was postet und empfiehlt. Mir doch egal.Mein Postbote kann das bestätigen. Da ist in schöner Regelmäßigkeit immer mal wieder ein Tag dabei, an dem kein Paket mit Wein ankommt – geht doch.

Hin und wieder erwischt es mich dann doch. Auch völlig an meinem Trinkprofil vorbei (was ist schon ein Trinkprofil). So geschehen bei Angelina Schmücker – empfohlen vom Betreiber einer dieser hippen Pizzabuden in Köln und D’dorf. Jungwinzerin – erster Jahrgang – was soll da schon schief gehen. Sympathischer Facebook-Erstkontakt mit der Winzerin kurz vor meinem Urlaub und vereinbart, dass die Weine in 7 Tagen geschickt werden und ich sie frisch in Empfang nehme, wenn ich aus Florida zurück komme. Was andere Versender in eine endlos andauernde Lebenskrise stürzen würde, hat hier reibungslos geklappt. Weine waren am Tag der Rückkehr mit der Post angekommen – perfekt.

Behandeln wir mal zuerst die völlig UNWICHTIGEN Sachen – das Winzerlogo. Mein erster Blick darauf und die Frage an meine Frau: “sag mal – das sieht doch aus wie ein Frauen-Dekolleté oder?”. Seit dem krieg ich das Bild nicht aus dem Kopf. Was ist denn das mit dem Logo? Auflösung unten.

AS Weinwappen

AS Weinwappen

Wer issn das eigentlich? Angelina Schmücker – nie gehört. Ich könnte jetzt abschreiben – werfe Euch stattdessen aber diesen Link zum Fraß vor: http://angelina-schmuecker.de/ueber-mich/. Ganz so einfach machen wir es uns dann doch nicht – ein bisschen mehr zu Angelina weiter unten im exklusivsten aller Interviews.

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01/29/17
Sparkling Shiraz

Weinrallye #106 – Perlen – Sparkling – sparkling Shiraz – braucht man das?

Als Juliane Gassert von EinfachWein.net zur Weinrallye #106 unter dem Motto “Sparkling – Perlen” aufrief, war mich relativ schnell klar: “F**k – da hast keinen Plan”. Es ist im Bekannten- und Freundeskreis mittlerweile hinlänglich bekannt, dass ich nicht auf vieles verzichten kann und mag – auf blubbernde Weine aber durchaus. Der einzige Ausweg war ein im Zuge einer systematischen australischen Shiraz-Verkostung eingeplanter Sparkling Shiraz. Genau – Rot. Rotwein mit Bubbles quasi – Lambrusco aus Down under (mal sehen wieviel Haue ich dafür bekomme).

Dabei hat dies in Australien durchaus eine lange Tradition, Shiraz oder auch andere rote Trauben als Sparkling Wine auszubauen (bei d’Arenberg, einem durchaus namhaften Produzenten, setzt man z.B. auf die mir völlig unbekannte Rebsorte “Chambourcin”).

Vom Prinzip her wie Sekt oder Champagner ausgebaut und degoriert, ist es jedoch nicht ungewöhnlich dass ein Sparkling Shiraz beim Degorieren einen Schuß Likörwein (Australian Port Style) erhält. Dies sorgt natürlich dafür, dass er – wie im hier verkosteten Fall – hin und wieder ‘süsslich’ rüber kommt.

Verkostet habe ich konkret einen Sparkling Shiraz des Hauses McGuigan – laut goldener Plaketten auf der Flasche “Australian Producer of the year” in 2009 und 2011.

 

Sparkling Shiraz

Sparkling Shiraz

Mit klassischem Bubble-Kork verschlossen – nicht wie mittlerweile auch hier nicht unüblich mit Kronkorken (wie unsexy ist das denn?). 27,7 gr Restzucker – yo – merkt man. 13,5 Vol% – yo – merkt man auch. Das ist recht pflaumig – und mit dem jetztigen Wissen, dass das aufgespritet wird, bin ich auch nicht mehr überrascht. Insgesamt sehr “eingekocht” wirkend. Süssliche Frucht – recht schwer und heftig.

Das hat wie gesagt in Australien eine große Tradition – und deswegen will ich das gar nicht madig machen. Aber zu was trinkt man das? Bzw. wann gibt man einem Sparkling Shiraz dem Vorzug gegenüber einem europäischen Prickler wie z.B. Champagner, Cremant, Friancacorta, dt. Winzersekt? Ich tue mich schwer, die Vorzüge hier zu verteidigen. Da gibt es zuhauf Besseres in unseren Gefilden – man muss auch nicht immer alles trinken müssen und wollen. Für Experimentierfreudige – macht mal – bin auf Eure Meinung gespannt. In Einschlägigen Internetshops, die auf Übersee spezialisiert sind, kriegt Ihr das.

Für mich gilt: It’s not my style. Bubbles an sich ist schwierig – Sparkling Shiraz noch mehr. Dann lieber einen Bracchetto aus dem Piemont – der iss wenigstens richtig süß und mit 5 – 6 % Vol Alk. schon fürs Frühstück geeignet.

Prost!

Die Weinrallye ist ein derzeit monatlich stattfindendes Blogevent. Jeweils ein anderer Blog bestimmt ein Thema und ruft  dazu auf, zu diesem Thema einen Artikel zu verfassen. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Bitte verlinkt Eure Beiträge in der Facebookgruppe Weinrallye. Ich werde mich im Anschluß dann um eine Zusammenfassung aller Beiträge kümmern.

 

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01/15/17
Vogelsang - Februar 2016

Jahresrückblick mitten im Jahr – am Jahresende kann’s jeder

Gefühlt sind wir ja schon wieder mitten drin – im Jahr 2017. Oder kann sich noch jemand vage an Weihnachten und Silvester 2016 erinnern. Kommt mir schon wieder wie eine Ewigkeit vor.

Es hat ja Tradition, dass ich mein Weinjahr immer nochmal Revue passieren lasse – Tradition seit 2016. Darf man nicht brechen!

Ich will das Jahr so chronologisch von den Ereignissen irgendwie gar nicht auf die Reihe kriegen – aber ich versuche es:

Februar – Rebenschneiden beim Andreas (Durst) – Plackerei – aber wir erwischen einen goldenen Februartag und schneiden uns durch den Vogelsang

Vogelsang - Februar 2016

Vogelsang – Februar 2016

März – Schluck Release Party Ausgabe #2 – schönes Event – aber doch kenne ich zu wenig Leute.

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01/8/17
John

Man trinkt deutsch – Teil 6 – Pfalz – King John

Weinverrückte kennen das sicher. Man hat ein Weingut eigentlich seit längerer Zeit schon auf dem eigenen Trinkradar, aber es ergibt sich einfach nicht.

Mir ging es mit den Weinen von Frank John aus Neustadt a.d. Weinstrasse so. Es ist ja auch nicht so, dass ich die letzen 2 Jahre nicht hin und wieder in der Gegend gewesen wäre, oder es die Weine nirgends online bekommen würde – nö – sollte bisher halt einfach nicht sein.

Und dann kommt eine lustige Verkettung mehrerer Ereignisse zusammen. Einer unserer South German Wine Nerds schwärmt mir von einem Riesling von John vor – zwei Tage später entdecke ich eine ebay Preisvorschlags-Auktion und schaffe es in Summe 9 John-Weine zu einem fairen Preis zu ergattern. Im Detail – 1x Riesling 2007, 3x Riesling 2008, 3x Riesling 2009 und 2x Pinot Noir 2009. Jeweils eine Flasche habe ich über die letzten Tage hinweg getrunken und die Weine jeweils auch über mind. 24 Stunden verkostet. Und nachdem ich in tiefste Schwärmerei für diese Weine verfallen bin und entschlossen habe darüber zu posten, weil dieses Weingut in den sozialen Medien (… also Facebook) nur wenig Beachtung findet, haut jemand genau GESTERN – also einen Tag vor dem Veröffentlichen dieses Artikel – einen John Post raus. Und ich finde es super – man kann diesem Weingut gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken!

John Weine

John Weine

Aber der Reihe nach. Ich startete mit den drei Rieslingen 2007, 2008 und 2009 und – wie bereits erwähnt – habe diese über den Zeitraum von mind. 24 h getrunken.

Riesling Buntsandstein 2007

Der hat bereits ganz leichte Reifenoten (Sherry) – aber nur minimal – stört gar nicht. Ich bin von der Stilistik irgendwie sofort bei Peter Jakob Kühn (kenne aber nur Sachen seit 2011). Dieses leicht reduktive – kräuterige Noten, die an Kräutertee in der Nase erinnern. Klasse Riesling – leider die einzige ergatterte Flasche. Das würde ich ansonsten sicher noch in den Keller legen.

Riesling Buntsandstein 2008

In Erwartung eines ähnliche Weines, habe ich den 2008er geöffnet und musste feststellen – komplett zugenagelt. Der wollte zu Beginnn ja gar nicht mit mir sprechen. Enttäuschung machte sich breit. Nach 2 Gläsern, habe ich Ihn in den Kühlschrank verbannt. Und was soll ich sagen? Tags darauf war er da. Etwas präsenter in der Säure als der 2007er, aber wesentlich zugänglicher in Nase und Mund, als noch am Vortag.

Riesling Buntsandstein 2009

Da habe ich dann wohl ein fast perfektes Trinkfenster erwischt – der war weniger reduktiv und ohne Sherrynoten. Aber mit NICHT weniger Komplexität und Kräuterigkeit ausgestattet als der 2007er. Spätestens hier war ich verliebt.

Was sollst Du groß schreiben über diese Rieslinge. “Zeitlos” nannte Sie Frank (nicht John – der, von dem der Tipp stammte). Ich kann nur zustimmen. Ich will da gar keine Prognose abgeben müssen, wie lange die Weine noch im Keller reifen können. Ein renommierter deutscher Weinhändler gibt ihnen 20 Jahre ab Jahrgang – ich widerspreche mal nicht.

Beim Pinot wollte ich eigentlich noch etwas warten, aber die Neugier hat mich dann doch dazu getrieben, den Wein am Samstag zum Rehrücken mit Sellerie-Limettenpüree zu trinken.

Spätburgunder Kalkstein 2009

3 Stunden vor dem Essen gelüftet und karaffiert. Die Gerbstoffe treten Dir erstmal dezent in die zwölf und machen Dir klar – da will ein Wein reifen dürfen. Du hast das zu früh geöffnet. Klar ist 2009 zu früh geöffnet. Eventuell. So grundsätzlich unterschreiben würde ich das nicht. Warum? Weil a) weil schon etliche Weine (Pinot Noirs) diesen Alters schlapp gemacht haben und b) genau DIESER Wein auch so früh geöffnet, mit der entsprechenden Belüftung Papillenporno ist. Das fängt an bei der komplexen Nase – Waldboden, Rinde, Kräuter, gaaaaanz dezente Frucht (Himbeere) zu Beginn. Auf der Zunge tänzelt das – das ist filigran, wie Du es nicht viel besser machen kannst. Und trotzdem komplex. Das macht Spass. Das macht soviel Spass, dass wir impulsiv wie wir sind, am Samstagabend noch 12 Flaschen (6 für mich) des 2013ers ab Weingut bestellen. Das kannste vergraben – Jahrzehnte – und das werde ich auch – zumindest Flasche 2 – 6. Flasche 1 wird traditionell immer nach dem Eintreffen getrunken – warum sollte John da eine Ausnahme sein. 28 h später nehme ich die letzten 2 Gläser zu mir. Der Wein ist runder geworden – zugänglicher. Trotzdem verliert er nicht an seiner Faszination.

Wer bereit ist, für Riesling 17 € und für Spätburgunder 35 € auszugeben, der schlage hier zu. Wert sind es die Weine allemal – mehr als das.

John

John

 

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01/4/17
Logo_Weinrallye 105

Weinrallye #105 – Etikettentrinken – The Summary of things

Logo_Weinrallye 105

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Ich hatte die Ehre im Dezember. Die Ehre Ausrichter der Weinrallye #105 zu sein und ich hatte mich für das Thema “Etikettentrinken” entschieden, in der Hoffnung viele Blogger und Gelegenheitsliteraten für das Thema zu gewinnen.

Nun ja – immerhin 9 Beiträge konnten wir kurz vorm Jahreswechsel einheimsen und damit genau soviel wie unser Sonnensystem Planeten hat (kleiner Test – wo sind die Hobbyastronomen?). Es sind auch immer noch 2 Beiträge in der Pipeline – von Stefan Schwytz, der der einzige Grund ist, warum ich WordPress seit Monaten nicht mehr upgedatet habe – und von Marc Herold, als Gastblogger von Ralf Kaiser – keine Ahnung, wer das jetzt verbummelt hat. [Anmerkung der Redaktion: hier würde die Redaktion dann entsprechend anmerken, wenn einer der beiden noch liefert.] [Anmerkung 2: Stefan Schwytz hat während ich das schreibe geliefert – damit ist meine Planetenzählung noch falscher]

Den Anfang machte Juliane Gassert – Einfach Wein.

Dass Juliane dabei ins Piemont steuert und eine meiner Herzens-Weinregionen behandelt, ist Ihr wahrscheinlich nicht bewusst gewesen. Das Weingut Le Marie war mir bis dato auch völlig unbekannt und die Etiketten animieren definitiv dazu, die Weine zu probieren.

Peter Züllig – Sammlerfreak

Dass Etiketten mit zuviel Text am Rückenetikett (und dann auch noch in Nicht-Landessprache) oder grelle und poppige Etiketten abschrecken können – damit spricht Peter wohl aus, was viele von uns denken. Ein Etikett (das man wie er richtig sagt nicht trinken, sondern vorzeigen kann), dass ihn mit seiner Frau verbindet, ist es dann, das Peter für die Weinrallye aus dem Keller holte – Chateau Ausone.

Anja Kircher – Weingeschichten

Anja erzählt von Ihrer Historie mit Etiketten in den 90ern und wie Sie die typischen Etikettentrinker bei einer Blindverkostung mit Rotwein aus Württemberg und von der Mosel hinters Licht geführt hat.

Daniel Bayer – Wein verstehen

Unser Oberpfälzer Blogger-Kollege hat sich besonders schöne Etiketten vorgenommen und die Weine dazu verkostet. Unter anderem erwähnt er dabei auch die noch nicht erhältlichen Weine zur Erfolgsserie “Game of Thrones”. Da ich die Bücher (zumindest was es bis dato gab) schon 2002 – 2004 gelesen habe und seitdem ein Riesenfan der Serie bin, bin ich auf diese Weine auch gespannt.

Alex Lang – Flüssige Freundlichkeiten

Als Gastblogger bei den Flüssigen Freundlichkeiten war Alex unterwegs und beweist dabei, dass er absolutes Talent zum regelmäßigen Schreiben hätte. Er bricht eine Lanze für das dekandente Etikettentrinken und -posten und führt sogar noch eine neurobiologisch fundierte Begründung auf. Über den gescheiterten Berufswunsch Geheimagent wird noch zu sprechen sein.

Mladen Tomic – Weinfanatic

Auch Mladen ließ sich soviel ich weiß, zum ersten Mal zur Teilnahme inspirieren und liefert: ein nacktes Etikett – nämlich eigentlich keines – für einen Wein aus Baden in der Schweiz – Nacktbaden quasi. Warum das dennoch ein absolut gelungener Einstand ist und mehr beinhaltet, als man glaubt, der google mal nach [Baden Stadtammann nackt]. Sehr schöner Humor.

Torsten Hammer – Der Priorat Hammer

Mit – nicht unberechtigter Kritik – am Weinkonsumentenverhalten leitet Torsten seinen Artikel ein, um dann von einem Lafite-Rothschild, der ihn vom Panzerfahren abgehalten hat, zu einem Les Granges des Pères 2001 zu gelangen, den er extra für diese Weinrallye aufgemacht hat.

Joachim Kaiser – Vinositas

Joachim war einer meiner ersten FB-Weinfreunde überhaupt. Er fokussiert sich diesmal auf eines seiner Lieblingsetiketten, den Monastere de Saint-Mont und behält dabei absolut recht, wenn er betont, dass man Weinetiketten evtl. mal einen genaueren Blick unterziehen sollte, weil sich die Schönheit der Etiketten oftmals erst dann erschließt.

Gottfried Stutz – Hundertachziggrad°

Ein Blog mit einem traurigen Jahr 2016 – ging doch mit Susanne Werth-Rosarius dieses Jahr ein Blogger-Urgestein von uns. Gottfried beschließt seinen Artikel mit der “JSDEDBDW”-These – je schlechter das Etikett, desto Besser der Wein und untermauert das ganze mit einem Himmelreich GG 2009 vom Weingut Willi Schäfer.

Stefan Schwytz – Baccantus

Der erste Nachzügler – rechtzeitig zur Zusammenfassung geliefert. Was soll ich sagen – dann haut der sowas raus. Das ist so, als wirst Du in der 94. Minute eingewechselt und machst ein wunderbares Tor per Fallrückzieher aus 20 Metern. Mehr zusammenfassen tue ich hier nicht – wer das nicht liest ist selbst schuld.

Marc Herold – Weinkaiser (Gastblogger)

Marc war unser Sorgenkind – der Nachzügler der Nachzügler – und doch wollten wir nicht auf ihn verzichten und ließen das Fenster offen. Es kommen Etiketten von gereiften deutschen Rieslingen – das ist ja ein (DAS) Steckenpferd vom Herrn Herold. Dabei erläutert er die protestantische, die katholische und die – sagen wir mal – postmoderne Sicht auf die Etiketten. Mein Lieblingssatz dabei? Voila: ” Eins ist sicher, wir werden auch in Zukunft erst beim Öffnen der Flasche wissen, ob das Versprechen (oder die Drohung) des Stück Papiers auf dem Glas eingelöst wird.” – You never know!

Martin Riedl – Flüssige Freundlichkeiten

Ich selbst war natürlich auch dabei und habe mit dem Etikettenliken die Evolution des Etikettentrinkens beschrieben und mit einer Facebook-Studie (wasserdicht!) untermauert.

 

Ich hoffe, niemanden vergessen zu haben und ich hoffe auf den einen noch ausstehenden Artikel – dann pass ich das nochmal an. Ansonsten bleibt der Weinrallye gewogen, danke fürs Mitmachen, Lesen, Liken und Teilen.

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12/30/16
Dom 1971

Weinrallye #105 – Etikettentrinken – Gastbeitrag von Alex Lang

Logo_Weinrallye 105

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Auf Einladung von Martin Riedl freue ich mich, zu diesem Thema auch meinen Beitrag leisten zu dürfen.

Etikettentrinker – was heißt das für mich überhaupt?

Für mich soviel wie, ja, ich lege Wert auf das Äußerliche – ich bin ein visueller Typ. D.h. wenn ich ein Buch kaufen möchte, sollte das Cover ansprechend sein. Natürlich lese ich dann auch noch hinein, bevor ich es einpacke.

So ist das irgendwie auch bei Wein – wenn mich das Etikett nicht anspricht, kauf ich ihn nicht, weil ich ihn dann gar nicht in die Hand nehme, die Ausstattung betrachte, das Rückenetikett lese usw. Das alles gilt mit den üblichen Ausnahmen wie: „Ich kenne den Wein, ich kenne den Winzer, er ist mir empfohlen worden“ etc.)

Drum wollte ich eigentlich über einen meiner Herzenswinzer schreiben – Christian Tschida aus Illmitz. Dessen ersten Wein ich mir nur wegen dem außergewöhnlichen Künstler-Etikett von Alfred Hrdlicka gekauft habe. Kapitel 1. Hat mir damals überhaupt nicht geschmeckt. Ist aber eine ganz andere Geschichte.

Tschidda

Tschidda Etikettenparade

Ich will mich der anderen Bedeutung des Etikettentrinkens zuwenden – und für diese eine Lanze brechen. Hochpreisig-hochwertige Weine kaufen und saufen – und mit stolzgeschwellter Brust sich mit Freunden zuprosten – und heutzutage aus zu-posten. Am besten mit viel Gebrüll.

Warum sollte man das tun?

Zunächst einmal ist ein klares Ergebnis der Forschung, dass das Belohnungszentrum im Gehirn nachweislich mehr Dopamin und damit „Glück“ ausschüttet, wenn die entsprechende Anstrengung höher war. Z.B. einen anstrengenden Laufwettbewerb gewinnen -> mehr Glück. Sieg kann besser ausgekostet werden.

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12/30/16
Logo_Weinrallye 105

Weinrallye #105 – Etikettentrinken/-posten/-liken

Logo_Weinrallye 105

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Was haben Wein-Narzissten eigentlich früher gemacht, bevor es noch kein Facebook gab? Haben die Ihre vinophilen Freunde angerufen und ins Telefon gebrüllt “Alter, stell Dir vor was ich gerade trinke!” – kurz den Namen des Weins in die Muschel gebrüllt und klick und aufgelegt. So ungefähr  läuft es derzeit ja ab – ok ich will fair bleiben – teilweise – in den Facebookgruppen. Foto eines möglichst bekannten Weines – darf auch teuer sein – muss aber nicht, Hauptsache die “Crowd” findet den derzeit ‘in’ – evtl. einen kurzen Satz dazu (muss aber nicht). Etikettentrinken 2.0 – Etikettenposten quasi.

Mir ist das wortlose posten ja zutiefst zuwider – wer mich kennt, der weiß das. Und doch habe ich genau das getan – letzte und vorletzte Woche. Nur ein Bild einer Flasche Wein gepostet – mit einem kurzen Satz dazu. Warum? War ein Experiment. Um einen Trend zu untermauern, den ich in letzter Zeit beobachtet habe und den ich mal als Etikettentrinken 3.0 bezeichnen würde – nämlich das Etikettenliken. Ich wollte sehen was passiert, wenn ich mit einer Woche Abstand jeweils am Donnerstag Abend um 19:00 Uhr ein Etikett poste und es nur mit “Donnerstagabend – läuft!” oder ähnlichem kommentiere.

 

Weinrallye Etikettenpost #1

Weinrallye Etikettenpost #1

Weinrallye Etikettenpost #2

Weinrallye Etikettenpost #2

Das Ergebnis – J.J. Prüm – der einfache Kabinett – räumt 19 likes ab – das ist gar nicht schlecht. Der Post über Bürkle (ein Wein,  den nur wenige kennen) kommt immerhin noch auf 8 Likes – aber eben dramatisch weniger als das auf FB allseits beliebte Prüm-Etikett. Dabei will ich hier um Gottes Willen keine Stimmung gegen J.J. Prüm machen – die Weine sind anbetungswürdig und eine meiner großartigsten Verkostungen 2016 war im Hause Prüm. Aber das Ergebnis zeigt deutlich: ein bekanntes Etikett bekommt deutlich mehr Likes – nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich eine Wehlener Sonnenuhr Auslese gepostet hätte.

Warum schreib ich das alles? Weil es manchmal ernüchternd ist, die Like- und Postkultur zu verfolgen, die tlw. in den sozialen Medien herrscht. Gute Artikel ernten ein müdes Lächeln, während sinnlos losgetretene Metadiskussionen  hohe 2-stellige Likezahlen einheimsen.

Ist die Redezeit schon um? Ich sehe mein Mikro vor mir schon im Boden verschwinden – verdammt – jetzt aber schnell. Ich wollte ja noch was zu Etiketten schreiben und viele Fotos posten – und ein Quiz.

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12/22/16
Syrah Verkostung 2016

Daran sind einzig und allein die Syrah schuld

BESINNT EUCH! Jetzt sofort! Es ist die richtige Zeit. Wir müssen keinen bestimmten Wein trinken, weil der Montag Abend bzw. Dienstag (Berlin Breitscheidplatz) so unerträglich war. Das als Vorwand zu gebrauchen – oder als Like Generator ist billig. Weintrinken sollte unpolitisch bleiben. Mit Sätzen wie “an so einem Tag muss ich ….. öffnen” oder “So ein Tag ist nur mit …… zu ertragen” löst man bei mir Schnappatmung aus. Hört auf damit.

Breitscheidplatz nicht-ahnend, habe ich das Jahr 2016 bei einer kurzen Weihnachtsfeieransprache sowieso schon als “kein gutes Jahr” bezeichnet – obwohl es beruflich und privat etliche Highlights hatte und eigentlich als sehr gut bezeichnet werden möchte – nö sorry, den Gefallen kann ich 2016 nicht machen.

Nichtsdestotrotz muss man hin und wieder die Welt außen rum ausblenden und sich einfach auf das fokussieren, was man selber beeinflussen kann.

Ein wichtiger Fixpunkt in meinem Kalender ist grundsätzlich der kollegiale Jahresausklang in kleiner Runde, den wir seit über 10 Jahren zur Tradition werden haben lassen – – in guten wie in schlechten Zeiten.

Jedes Jahr gibt es Essen und Wein – Überraschung. Und oftmals stelle ich die Weine und kreiere dabei ein Motto. War es letztes Jahr noch Barbera, so habe ich dieses Jahr eine Syrah Weltreise initiiert. Lustigerweise hatten wir das schonmal – vor ca. 8 Jahren – mit Cusumano, Viu Manent (Chile) und irgendwas von Gallo (als Kontrast). Wir sind erwachsen geworden. Das Lineup von gestern war wesentlich anspruchsvoller.

Syrah Verkostung 2016

Syrah Verkostung 2016

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12/5/16
Logo_Weinrallye 105

Weinrallye #105 – Jahresendrallye – ich gebe Gas(t) – Etikettentrinken

Logo_Weinrallye 105

Logo_Weinrallye 105

 

Die Jahresendrallye kann kommen – nicht nur an der Börse, auch hier in der Weinrallye läuten wir das Ende eines komischen Jahres mit der Episode 105 ein.

Und dem nicht genug! Ich bin diesmal auch noch Gastgeber.

Also die Details:

Thema: Etikettentrinken (mehr dazu unten)

Wann?: letzter Freitag im Monat – also der 30.12.2016 (für alle die länger den Jahreswechsel feiern und am 01.01. noch verkatert sind – wir nehmen das nicht immer sooo geanu)

Wo?: in jedem Blog oder sehr gerne, für diejenigen, sie sich zum Schreiben ermuntert fühlen aber keinen eigenen Blog haben, auch bei mir. Gastbeiträge willkommen – einfach kurz Bescheid geben und Beitrag mailen.

Ich werde dann an dieser Stelle die Beiträge zusammenfassen und entsprechend verlinken.

Also – Etikettentrinken: ein Thema, dass es in früher Zeit der Weinrallye (sofern ich richtig recherchiert habe) schon mal gab und trotzdem wähle ich es erneut, weil es soviel unterschiedliche Sichtweisen gibt. Etikettentrinken im klassischen Sinne, bezeichnet ja das Trinken von großen – also bekannten und auch teuren – Weinen. Lasst uns das Thema weiter fassen. Motto-Etiketten wie bei der Natale Serie der Antichi Vigenti di Cantalupo aus dem Piemont – jedes Jahr ein anderes Etikett. Besonders schöne oder originelle Etiketten – oder das Gegenteil – Geschmack ist hier subjektiv. Wer gehässig ist, könnte das Prädikat “Etikettentrinker” ja auch in einem Beitrag verarbeiten, der das Postverhalten mancher FB-Nutzer zum Thema macht ;)

Ich freue mich auf zahlreiche Teilnahme.

 

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11/25/16
Ai Suma 2000

Vom Trinken von Monumenten

“Am Freitag Abend? Einfach nur so?”

“Jep”

“Ohne passendes Essen?”

“Ja. Wieso?”

Klar – Trüffel – das würde danach schreien. Oder der Wein nach Trüffeln. Wie dem auch sei – ich hab ihn solo getrunken. Weil ich Lust drauf hatte – basta.

Der 2000er Ai Suma von BRAIDA ist ein zeitloses Geschöpf. Man vergrabe das im Keller und vergesse es für weitere 15 Jahre – tut dem gar nix.

Selten hat man etwas im Glas, das Würze, Frucht, Dichte, Säure (das ist immer noch Top-Frisch), Extrakt etc. so perfekt in sich vereint. In jungen Jahren neigt er ja dazu einem mit seiner bombastischen Frucht zu erschlagen – in Würde gealtert kommt mehr und mehr die Finesse dieses Weins zum Tragen. Das ist hier und heute schlicht Groß – es ist ein Monument. Man kann das mögen oder nicht – man kann es mit Farbe besprühen, man kann dagegen pinkeln – es wird Bestand haben und nicht weichen.

Ich wiederhole meine Worte dieser Woche: “Für einen Braida lasse ich jeden Barolo links liegen!” – Punkt!

Ai Suma 2000

Ai Suma 2000

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